
Lernen passiert. Jeden Tag.
Ganz ohne Stundenplan, Laptop oder Flipchart.
Kürzlich stand ich an einem Sonntagmorgen vor der Bäckerei unseres Dorfes. Alle Parkplätze waren besetzt. Also bin ich kurzerhand hinter das Haus gefahren – und habe dabei entdeckt: Das ist nach dem Einkauf eine perfekte Abkürzung für den Heimweg.
Zack. Etwas gelernt.
Freiwillig. Autonom. Ganz ohne Leistungsdruck.
Und genau hier wird es spannend.
Sobald wir uns in einer klassischen Lernsituation befinden – jemand weiss etwas, wir (noch) nicht – entsteht schnell ein Ungleichgewicht. Ein Abhängigkeitsverhältnis.Die eine Person erklärt. Die andere soll aufnehmen.
Ob sie will oder nicht. Ob sie es gerade braucht oder nicht.
In der Erwachsenenbildung ist das heikel. Und genau deshalb auch so wichtig.
Ich erkläre es den Kursleiter/innen im SVEB-Zertifikat oft mit diesem Bild:
Niemand kommt als leere Flasche in einen Kurs – und ich als Dozentin bin ganz bestimmt nicht der Wein, den man einfach hineingiesst.
Alle bringen etwas mit.Erfahrungen. Vorwissen. Kompetenzen. Begabungen. Geschichten.
Und meine Aufgabe ist nicht das Befüllen – sondern das Arrangieren.
Ich stelle ein Buffet hin.
Mit didaktischen Schalen und methodischen Tellern. Mit spielerischen Krügen und humorvollen Häppchen.
Und dann lade ich ein:
So fühlt sich Lernen nicht nach Pflicht an. Sondern nach Wahl. Nach Würde. Nach Lust.
Und ja: So macht Lernen – auch am Schreibtisch und am Computer – tatsächlich Spass.
Vielleicht ist das heute dein kleiner Impuls: Wo lernst du gerade ganz nebenbei? Und wo dürftest du dir erlauben, selbst zu wählen, wovon du mehr willst?
Herzlich
Maya